Arbeitsfragen (nicht nur für Studierende der Theologischen Fakultät)
zum Gebiet: Die Erkenntnis Gottes
1. Kann der Mensch Gott erkennen?
2. Wie ist der Ansatz einer Ñnatürlichen Theologieì zu verstehen?
3. Ist der Mensch Ñreligiösì? Was tragen die möglichen Antworten
aus für das Verständnis von Vernunft und Offenbarung und ihres
Verhältnisses?
4. Erläutern Sie die Programmatik eines Ñcredo, quia absurdumì
versus Ñcredo, ut intelligamì!
5. Das Programm der sogenannten Gottesbeweise
6. Wie beurteilen Theologen philosophische Ansätze wie: Metaphysik,
Ontologie, Analogie? Zeigen Sie verschiedene Möglichkeiten auf!
7. Wie kann der biblische Gedanke vom Menschen als Bild Gottes verstanden
werden?
zum Gebiet: Gottes- und Trinitätslehre
1. Wie verhält sich die Lehre vom einen Gott zur Lehre vom dreieinen
Gott?
2. Kann der christliche Glaube noch Monotheismus genannt werden?
3. Interpretieren Sie die Bestimmung Gottes als Ñein Wesen in drei
Personenì im Zusammenhang mit den dogmengeschichtlichen Alternativen von
Subordinatianismus und Modalismus!
4. Was trägt der (scholastische) Grundsatz aus: Ñopera trinitatis
ad extra sunt indivisaì?
5. Worum geht es beim Streit um das filioque?
5. Interpretieren Sie Karl Barths Betonung der sogenannten immanenten
Trinität und Karl Rahners Satz: ÑDie immanente Trinität ist die
ökonomische Trinitätì!
6. Wie ist die Lehre von den Eigenschaften Gottes zu verstehen? Ist
sie nicht ein philosophischer Rest?
7. Haben wir nicht alle denselben Gott? Oder ist die Trinitätslehre
das Ñunterscheidend Christlicheì?
zum Gebiet: Schöpfungslehre
1. Welche Denkfigur impliziert die Vorstellung von der Welt als Schöpfung
(creatio ex nihilo)? Wie ist sie biblisch begründet? Interpretieren
Sie alternative Denkmodelle!
2. Wie ist der Gedanke von der ÑBewahrung der Schöpfungì biblisch
eingebunden?
3. Wie sieht der Sachstand im Gespräch zwischen Theologie und
Naturwissenschaft aus?
4. Erläutern Sie die Vorstellung von der Anthropozentrik der Schöpfung!
5. Was meint Gottes Vorsehung? Wie kann der Gedanke der Prädestination
verstanden werden?
6. Gibt es Engel?
7. Setzt die Rede von Gott nicht auch die Rede vom Teufel voraus? Beweist
die Erfahrung des Bösen im Umkehrschluß Gott oder ist die Frage
ÑWie kann Gott das alles bloß zulassen?ì das Totschlagargument gegen
die Annahme Gottes?
zum Gebiet: Anthropologie
1. Welcher Stellenwert kommt der Anthropologie in der Theologie zu?
2. Gibt es ein biblisches Menschenbild?
3. Wie kann der biblische Gedanke vom Menschen als Bild Gottes verstanden
werden? (vgl. dieselbe Frage im Gebiet: Gotteserkenntnis)
4. Was leistet die Rede vom Menschen als Leib und (Geist-)Seele (versus
Ganzheitlichkeit des Menschen)?
5. Ist die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen theologisch relevant?
6. Was meint die Rede von der ÑPersonalitätì des Menschen? Was
bedeutet theologisch für ihn seine Endlichkeit und Sterblichkeit,
sein Streben nach Glück?
7. Erläutern Sie verschiedene Verständnisse des Begriffes
Sünde samt ihren theologischen Konsequenzen (persönliche Sünde,
strukturelle ÑSündeì, Unmoral oder Unglaube?)!
8. Was leistet der Begriff der ÑErbsündeì (oder Ursprungssünde)
theologisch? Gehört sie zur Natur des Menschen? Wie kann sie erkannt
werden? Sollten wir heute noch davon reden? Ist nicht auch die Lehre vom
sogenannten ÑUrstandì überholt?
9. Hat der Mensch einen freien Willen?
zum Gebiet: Christologie
1. Erläutern Sie die Frage: ÑWie begegnet uns im Menschen Jesus
von Nazareth Gott zu unserm Heil? (Was heißt dann ÇHeilë? Wäre
es vom ÇWohlë zu unterscheiden?)ì
2. Benennen und interpretieren Sie einige Grundfragen der Christologie
(implizite und explizite Christologie, vom Verkündiger zum Verkündigten,
die Bedeutung der biblischen Hoheitstitel, das Verhältnis von Kreuz
und Auferstehung, Christologie Ñvon untenì und Christologie Ñvon obenì)!
3. Warum bekennt das Konzil zu Nicäa Jesus Christus als Ñwahrer
Gott und wahrer Menschì?
4. Was leistet der Denkansatz der Logos-Sarx-Christologie (Alexandria)?
Was ist sein Hauptproblem?
5. Was leistet der Denkansatz der Logos-Anthropos-Christologie? (Antiochien)?
Was ist sein Hauptproblem?
6. Erläutern Sie die Zweinaturenlehre des Konzils zu Chalkedon,
ihre Stärken und ihre Probleme!
7. Was bedeuten die christologischen Näherbestimmungen Anhypostasie
und Enhypostasie, sowie communicatio idiomatum, letztere dann auch bei
Luther und in ihrer nach drei genera unterschiedenen Rezeption in der altprotestantischen
Orthodoxie ?
8. Skizzieren Sie Grundzüge der Satisfaktionslehre Anselms von
Canterbury!
9. Skizzieren Sie Grundzüge der ostkirchlichen Theosislehre!
10. Welche Position beziehen die Kirchen der Reformation zur
altkirchlichen Christologie?
11. Interpretieren Sie die unterschiedlichen Akzente von Inkarnations-
und Kreuzestheologie!
12. Was meint das Extra Calvinisticum?
13. Nennen Sie Grundzüge der altprotestantischen Lehre von der
Person Christi, den zwei Ständen Christi und dem dreifachen Amt Christi!
zum Gebiet: Kirche und kirchliches Amt
1. Benennen und erläutern Sie verschiedene Konzeptionen von Kirche!
2. Erläutern Sie die sogenannten Attribute der Kirche: Einheit,
Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität!
3. Worum geht es bei der Diskussion um die Ñnotae ecclesiaeì? Interpretieren
Sie in diesem Zusammenhang CA VII!
4. Widersprechen sich der Grundsatz Ñextra ecclesiam nulla salusì und
der allgemeine Heilswille Gottes?
5. Wie ist das Verhältnis von Christus zu seiner Kirche?
6. Wie läßt sich die Rede von der Ñeinen Kircheì mit der
Vielzahl christlicher ÑKirchenì vereinbaren?
7. Wie verstehen die großen Konfessionsfamilien das Amt in der
Kirche?
zum Gebiet: Sakramentenlehre
1. Worum geht es bei der Lehre von den Gnadenmitteln/Sakramenten? Und:
Wozu überhaupt Sakramente?
2. Erörtern Sie das Problem eines allgemeinen Sakramentsbegriffs!
3. Explizieren Sie das Verhältnis von signum und res! Erörtert
die Theologie damit lediglich eine theologische Frage?
4. Welche besonderen Fragen, Probleme und Lösungen stellen sich
angesichts der Taufe?
5. Welche besonderen Fragen, Probleme und Lösungen stellen sich
angesichts des Abendmahls?
- zu 4. und 5.: u.a. Ursprung, Begriffsbestimmungen, historische Kontroversen,
rechtliche Regelungen, reformatorische Akzente
6. Führen Sie Grundzüge des Verständnisses der übrigen
fünf Sakramente in der römisch-katholischen Kirche aus!
7. Benennen Sie vorder- und tiefgründige konfessionelle Unterschiede
bei der Verwaltung der Sakramente!
zum Gebiet: Eschatologie
1. Interpretieren Sie das Arbeitsgebiet ÑEschatologieì im Zusammenhang
der Frage nach einem christlichen Zeitverständnis! Welche ÑTypenì
von Eschatologie gibt es?
2. Welches sind die traditionellen Einteilungen und Fragestellungen
dieses Arbeitsgebietes?
3. Beschreiben und bewerten Sie aus reformatorischer Sicht die mittelalterlich-scholastische
ÑTopographieì des Jenseits!
4. Erläutern Sie das Problemfeld von ÑAuferstehung Jesu Christiì
und ÑAuferstehung der Totenì!
5. Wer ist der Richter: Gott oder Jesus Christus?
6. Welche Bedeutung hat das Gericht für die Gerechtfertigten?
7. Wo sind unsere Toten?
zum Arbeitsgebiet: Rechtfertigungslehre
1. Interpretieren Sie den (programmatischen) Buchtitel: Das Evangelium
von der Rechtfertigung des Gottlosen als Zentrum des christlichen Glaubens
2. Wie lassen sich das römisch-katholische und das reformatorische
Verständnis von der Rechtfertigung formelhaft-verdichtet unterscheiden?
Erklären Sie die ÑFormelnì!
3. ÑNon solum aut... aut, sed etiam et.. et.ì (Jüngel) Wie ist
der zwischen dem Vatikan und dem lutherischen Weltbund erklärte Konsens
zu verstehen?
4. Welcher Stellenwert kommt der Rechtfertigungslehre im Zusammenhang
mit den anderen Arbeitsgebieten der Systematischen Theologie zu?
5. Lassen sich verschiedene Typen im Verständnis der Rechtfertigung
unterscheiden?
6. Welche Probleme im Verständnis der Rechtfertigung werden durch
die Stufenmodelle eines ordo salutis in der altprotestantischen Orthodoxie
erkennbar?
7. Interpretieren Sie das protestantische Verständnis der Rechtfertigung
im Anschluß an den Holzschnitt von Lukas Cranach!
Entfalten Sie jeweils das Problem, bedenken Sie seinen theologischen
Stellenwert und versuchen Sie, sich über den Stand der Diskussion
zu informieren (markante Positionen anerkannter Autoren, Berücksichtigung
des ökumenischen Horizontes)!